Kennen Sie das auch, Sie planen etwas und haben dieses Ziel direkt vor Augen. Sie arbeiten hart daran und wolle dieses Ziel unbedingt erreichen. Dabei sind Sie außergewöhnlich fleißig und dennoch erreichen Sie dieses selbst gesteckte Ziel nicht zu 100 Prozent. Sie erreichen es nicht ganz. Haben statt den Ersten „nur“ den dritten Platz belegt. Haben die gesteckten Umsatzziele nur zu 96% erreicht. Haben den Gewinn nur um 11% statt wie angepeilt um 15% gesteigert.

Sind Sie gescheitert oder hatten Sie nur ein Misserfolg. Eine Einstellungssache – die über Motivation und Frustration entscheident!

In Deutschland werden gerne zwei Extreme gezeichnet. Schwarz oder weiß. Sieg oder Niederlage. Gewonnen oder Verloren. Gewonnen oder gescheitert. Doch, ist dies wirklich so?

Ich sage im beruflichen Kontext kann und sollte eine solche Bewertung unterlassen werden. Im Sport mag diese Bewertung besser passen. Weltmeister ja oder nein. Der 2. Platz zählt hier nicht.

Für die freie Marktwirtschaft sollte diese Bewertung aus Gründer der Motivation besser unterlassen werden. Auch hier werden wie im Sport, Ziele gesetzt. Im Gegensatz zu Sportarten und Meisterschaften wird man in der Marktwirtschaft nicht aus einem Turnier geschmissen. Man verliert vielleicht Marktanteile, Umsatz oder Gewinn, mehr jedoch nicht. Sollte das jedoch in einem zu großen Umfang betrieben werden, ist auch hier ein Ausschluss (Insolvenz) unumgänglich.

Nehmen wir an, ein Unternehmen, will den Umsatz um 10 % im kommenden Jahr steigern. Das ist das erklärte Ziel. Alle Abteilungen und Mitarbeiter kennen dieses Ziel und arbeiten hart darauf hin um dieses zu erreichen. Pläne werden erarbeitet und im Laufe der Zeit an das gemeinsam vereinbarte Ziel angepasst. Dabei wird das jedoch das Ziel nie aus den Augen verloren. Der Markt und die möglichen veränderten Marktbedingungen machen es erforderlich Pläne anzupassen. Am Ende des Geschäftsjahres wird „zusammengezählt“ und festgestellt, dass „nur“ 9% Umsatzsteigerung erzielt wurde. Ist man gescheitert? Hat das Unternehmen verloren? Fliegt man wie ein Tennisspieler aus einem Turnier?

Originalbild unter: http://luka.fotograf.de/photo/577923f1-6c38-4f79-aad3-37720a661aaa

NEIN.

Das Spiel geht weiter!

Es ist kein Scheitern, sondern nur ein Misserfolg. Die Wortwahl ist hier entscheidend und zeigt auch wie Ihr zu diesem Ergebnis steht. Mir persönlich gefällt das Wort „Misserfolg“ viel besser, da es viel besser und treffender zum Ausdruck bringt, dass der Erfolg nur knapp (in dem Fall um einen Prozentpunkt) verfehlt wurde. Zur Motivation zählt auch, dass bereits in dem Wort Misserfolg, das Wort Erfolg steckt. Dieses Verfehlen des gesteckten Ziels spornt weiter an und bietet Möglichkeit zu untersuchen, warum das Ziel nicht erreicht wurde. Die Reflektion und die Frage nach dem WARUM ist hier entscheidend. Warum wurde das Ziel nicht erreicht? Hat man die falschen Entscheidungen getroffen? Hat man sich mit Dingen beschäftigt, die nicht zur Erreichung des Zieles dienlich waren? War die Kommunikation zu den Mitarbeitern schlecht? Viele Fragen, die zur Reflexion auffordern und gleichzeitig als Grundlage für Motivation für das kommende Geschäftsjahr bieten.

Man sagt auch Garri Kasparow, einem ehemaligen russischen Schachweltmeister, nach, dass er nach jedem Sieg seine Spielzüge analysierte um selbst herauszufinden, warum er das Spiel gewonnen hat. Er war der Überzeugung, dass dies seine Gegner auch machen würden. Diese Einstellung machte Ihn über Jahre erfolgreich. Wann haben Sie das letzte Mal Ihre Erfolge analysiert um festzustellen, warum Sie erfolgreich waren? Erfolg und Misserfolg ist eine Einstellungssache und sind in Ihren Glaubenssätzen verankert. Jeder Misserfolg bringt Sie dem Erfolg näher, da Sie immer eine höhere Stufe erreichen und sich ständig und stetig weiterentwickeln. Setzen Sie sich hohe Ziele und Sie erhalten großen Erfolg. Setzen Sie sich hingegen niedrige Ziele, die einfach und ohne große Mühe zu erreichen sind, erhalten Sie auch nur einen kleinen Erfolg.

Erfolg oder Scheitern, dass entscheiden Sie.