Heutzutage wird immer mehr und ausführlicher über die Digitalisierung gesprochen, geschrieben oder sonst wie verbreitet. Das Thema ist mittlerweile so verbreitet und meiner Meinung nach so zerredet, dass sich keiner mehr groß mit dem Thema auseinandersetzen möchte. Auf der anderen Seite werden Beratungshäuser, Berater, Redner, Speaker, nicht müde das Thema immer wieder wie eine Sau durch das Dorf zu treiben. Doch wer hört hier noch zu und noch besser ist zu fragen, wie sind die Umsetzungserfolge?

Aus meiner wird die Zukunft von der falschen Stelle betrachtet. Weil es so einfach ist betrachten wir die Dinge immer aus der Lösung. Haben Sie sicherlich auch schon gehört, dass jemand zu Ihnen gesagt hat, „Sozial Media. Puh, bleib mir bloß weg damit. Das funktioniert nicht und hat bei uns nur Zeit und Geld gekostet.“
Dabei sollte es erlaubt sein, die Frage zu stellen. Was war die Ausgangslage (Probleme, Ziele, Personal) und mit welcher Einstellung ist man an die Lösung herangegangen?

Die sogenannte Old Economy tut sich mit dem Thema „Digitalisierung“ oder „Digitale Transformation“ offensichtlich ziemlich schwer. Die New Economy hingegen lebt dieses Leben bereist intensiv und findet einige Ausprägungen bereits veraltet und fordert mittlerweile eine Weiterentwicklung. Ja, genau, eine Weiterentwicklung. Amazon verkauft nicht nur Bücher, sondern mittlerweile Alles wonach der Kunde verlangt. Amazon versteht sich selber nicht nur als „Online-Store“. Amazon ist mit mittlerweile eine Plattform für Anbieter (Private Labeling, FBA, etc.) und somit als erste Anlaufstelle für Onlineverkauf.

Ich möchte mit diesem Artikel nicht in die gleiche Kerbe schlagen, und predigen, dass sich etwas ändern muss. Ich möchte eher erklären und darstellen, warum es Sinn macht, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen und richte mich hiermit an die erfahrenen und erfolgreichen Unternehmenslenker in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Digitalisierung, bzw. die digitale Transformation ist ein Werkzeug. Es ist ein Vehikel um Dinge, zu beschleunigen, zu automatisieren und zu vernetzen. Hier stützt sich meine Aussage auf die These von Karl-Heinz Land der klar formuliert: „Alles, was sich digitalisieren lässt, wird digitalisiert werden. Was sich vernetzen kann, wird sich vernetzen. Und was sich automatisieren lässt, wird automatisiert werden.“ Ergänzen möchte ich diese These sogar noch um 2 wesentliche Faktoren, ohne diese eine Zukunft nicht möglich scheint.

Diese 2 Faktoren sind zum einen die Verfügbarkeit und zum anderen die Datensicherheit. Was nützte es, wenn sich alles digitalisieren, vernetzen und automatisieren lässt, aber die Sicherheit der Daten und die Verfügbarkeit nicht gewährleistet ist.

Doch der Reihe nach.

Wie soll sich die „Old Economy“ auf diese Revolution einstellen?

Der heutige Firmenlenker ist über 60 Jahre und kann auf (hoffentlich) erfolgreiche Geschäftsjahre zurückblicken. Das freut diesen sehr und ist sicherlich sehr stolz darauf. Nun soll sich dieser Firmenlenker noch mit einem Thema beschäftigen, dass gar nicht seine Passion und Leidenschaft ist. Er ist, einfach und deutlich ausgesprochen, nicht motiviert. Warum soll er dies tun? Warum soll das eigene Unternehmen dadurch erfolgreicher sein? Was habe ich davon (denkt sich der Unternehmer)? Was kostet mich das? Wieso, weshalb, warum? Diese Fragen haben wir uns früher schon zu Kinderzeiten immer wieder gestellt.

Die Antwort ist einfach!

Der Firmenlenker muss sich damit beschäftigen! Er kommt gar nicht umher. Er muss!

Wenn dieser Firmenlenker sein Unternehmen, seine Mitarbeiter, seine Kunden in die Zukunft begleiten und ein verlässlicher Partner sein möchte, hat er keine andere Wahl.

Er MUSS!

Jetzt denken Sie sich als Leser: „Was muss ich? Einen Sch… muss ich! Der Autor hat doch keine Ahnung.“ Diese Fragen und Sätze mögen in Ihren Augen richtig sein. In meinen jedoch nicht. Sie haben sich als verantwortlicher Unternehmensführer und als Vorgesetzter mit vielen Themen in der Vergangenheit beschäftigt und diese sicherlich erfolgreich gemeistert. Jetzt müssen Sie sich auch diesem Thema stellen. Ob Sie wollen oder nicht. Doch, wie gehen Sie nun das Thema der Digitalisierung bzw. die Digitale Transformation erfolgreich an? Sie haben keine Ahnung? So geht es Vielen. Glauben Sie mir, Sie sind hier nicht alleine.

Zunächst einmal gehe ich davon aus, dass Sie sich mit dem Thema noch gar nicht intensiv beschäftigt haben, sondern eher ein „Vorurteil“ gegen dieses Thema hegen.

Woher das auch immer herkommen mag, dieses werde ich nun versuchen, zu wiederlegen. Aus welchem Umfeld und mit welchem Wissen hat sich dieses „Vorurteil“ gebildet? Ich gehe davon aus, dass dieses Wissen aus Ihrem direktem Umfeld „genährt“ wurde. Also durch keinerlei Inspiration oder Innovation von außen geprägt wurde. Wie wollen Sie sich weiterentwickeln, wenn Sie Ihr Wissen aus dem gleichen und selben Wissenstopf bedienen wie alle anderen um Sie herum? Ihr Ehepartner sagt vielleicht, dass Sie sich mit diesem neuen Thema nicht mehr „rumschlagen“ sollen. Vielleicht mit dem Hintergedanken des Ehepartners, einfach mehr gemeinsame Zeit mit Ihnen verbringen zu wollen. Andere Ziele, andere Beweggründe.

Ihre Mitarbeiter bestätigen Ihnen jedem Tag, dass alles beim OK ist und alles gut läuft. Vielleicht haben diese Mitarbeiter ebenfalls sehr persönliche Ziele. So könnte dies lauten, „keine neuen Schulungen mehr“, „nichts Neues mehr machen, bis zur Rente“, „ich fühl’ mich wohl wie es gerade läuft“, „keine Veränderung“.

Ihre Lieferanten beschwichtigen Sie in einer sehr komfortablen Zone zu leben, denn auch Diese haben ihre ganz bestimmten Ziele. Doch, die Vergangenheit hat gezeigt, dass StartUps anders denken und viel schneller handeln. StartUps sind die Zukunft und gegen diese StartUps müssen Sie sich in Zukunft messen.

Beispiele gefällig? Gerne.

Airbnb – Stellte die Übernachtungsindustrie auf den Kopf ohne eigene Gebäude zu besitzen.

Uber – Stellt die Transportindustrie für Personen auf den Kopf ohne ein einziges Fahrzeug zu besitzen (Stand 2016)

Facebook – größtes Medienhaus und Rechteinhaber der Welt ohne eigene Redaktion

Spotify – Musikindustrie – Der Weg vom Besitz von Musik hin zum einfachen Konsum ohne Besitz.

Und Sie denken, dass Ihre Branche nicht in Gefahr ist? Ist Sie nicht. Alles ist in Bewegung. Sogar die verkrustete und sehr beständige Stahlindustrie (iKlöckner) und die Schuhindustrie (Maßanfertigung statt Massenfertigung mit Industrie 4.0) muss sich mit der Digitalisierung auseinandersetzen. Nebenbei bemerkt haben einige dabei auch noch ziemlichen Erfolg und sichern zusätzlich auch das Überleben des Unternehmens ab. Seien Sie sich diesem Thema der Digitalisierung bewusst. Die Zukunft sind nicht die Kunden, Lieferanten und Partner von heute, sondern die von Morgen! Alle Ihre Partner, Lieferanten, Kunden um Sie herum sind mit Ihnen groß geworden und diese haben Sie in den letzten Jahren begleitet. Doch(!) was ist, wenn das mal nicht mehr so ist. Wenn die Ansprechpartner Ihrer Partner, Lieferanten, Kunden anfangen das Steuerrad an Jüngere abgeben? Wird dann immer noch alles so sein, wie es aktuell noch ist?

Sicherlich nicht.

Dann(!) hält die Digitalisierung auch bei Ihnen Einzug. Das sicherlich schneller als Sie es sich vorgestellte haben, oder Ihr Unternehmen vorbereitet ist. Was bleibt Ihnen dann noch übrig? Sie reagieren noch auf das was kommt.

Sie haben dann vielleicht keine Zeit mehr sich ausreichende Gedanken zu machen. Sie müssen Ihre Mitarbeiter auf die neue Situation einstellen. Sie müssen diese motivieren, ob Sie es wollen oder nicht.

Ach, Sie denken nun daran Ihre Firma, Unternehmen zu verkaufen? Auch keine schlechte Idee. Doch wer soll Ihre Firma kaufen, die nicht auf dem aktuellen Stand er Technology ist? Und zu welchem Preis und in welcher Zeit? Der Preis muss stimmen, die Abwicklung des Kaufes soll schnell über die Bühne gehen und dann brauchen Sie sich nicht mehr damit zu beschäftigen. Kein schlechter Gedanke.

Doch(!) das funktioniert so nicht. Die Zeit ist Ihr Feind. Denn, Sie benötigen für den Verkauf mindestens 12 – 36 Monate, je nach Größe und Komplexität des zu verkaufenden Unternehmens kann es kürzer oder länger dauern. Jetzt müssen Sie sich nicht nur um ein verändertes Umfeld kümmern (siehe oben), sondern auch noch um den Verkauf, der Ihnen ebenfalls Ressourcen abverlangt. Die Zwickmühle in der Sie sich befinden wird immer größer und komplexer.

Betrachtet habe ich in diesem Artikel nur den Faktor Zeit. Wenn Sie noch Kosten, Wunschverkaufspreis, Übergabe an Neueigentümer, etc. hinzurechnen, wird dies um ein vielfaches umfangreicher und komplexer. Wollen bzw. können Sie diesen Einsatz aufbringen? Ich komme am Ende auf die Überschrift dieses Artikels zurück und will auch eine Antwort darauf geben. „Ist die digitale Transformation für Jeden notwendig?“ Meine Antwort lautet deutlich – JA! Im privaten Bereich Leben wir dies bereits seht intensiv, jedoch im beruflichen Umfeld wird noch gezögert.
Beschäftigen Sie sich mit dem Thema der Digitalisierung. Jedes Unternehmen sollte seine eigene Antwort finden. Diese Antwort sollte intensiv gesucht und bewertet werden und nicht durch eigene persönliche Vorurteile geprägt sein oder die ihres direkten oder indirekten Umfeldes. Untersuchen, bewerten und entscheiden Sie was für das Unternehmen die richtige Entscheidung ist.